Leben mit und nach der Corona Pandemie – Steuerung unserer Zukunft!

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Die Corona Viruserkrankung ist eine Infektionskrankheit, die durch den neuartigen Virus COVID-19 verursacht wird.
In einer globalisierten Welt besteht die Gefahr, dass jeder Kontakt mit einem anderen Menschen ein Infektionsrisiko beinhaltet. D.h. ich bedrohe und werde durch alle Kontakte mit anderen Menschen mit einer lebensgefährlichen Übertragung des COV-2 bedroht.
Damit wird sich das berufliche und gesellschaftliche Zusammenwirken „erst einmal“ weltweit verändern.

Die gesetzten Regeln zur Ansteckungsvermeidung wie z. B.: Abstandhalten von min. 1.5 Meter beim Einkaufen, Mundschutz, Besprechungen in Teams und in der Zusammenarbeit. D.h. keine Gruppenbildungen maximal eine Familie, Mutter/Vater und Kinder, keine auswärtigen Familienbesuche, Verlängerung der Ferien – kein Schulunterricht, Aussetzten der Kindergartenbetreuung, keine Urlaubsreisen, wirken sich positiv auf keine Ansteckung aus.

In der Corona-Pandemie erleben wir ein Umdenken, eine Renaissance der menschlichen Werte in unserem Zusammenwirken.
Die Begrenzung unseres garantierten Freiheitswertes wird zum Nutzen der Sicherheit, gesundheitlichen akzeptiert.
Aus der Werte-Perspektive lässt sich der vermeintliche Widerstreit der zusammengehörigen Werte, Sicherheit und Freiheit gut unter den Begriffen „Sicherheit, Gesundheit vs. Freiheit politisch, gesellschaftlich“ betrachten.

Das Zusammentreffen von Menschen in der Zusammenarbeit, Besprechungen, Sitzungen finden häufiger computergestützt z.B. wie bei Skype, Webex und anderen Programmen statt.
Die Zusammenarbeit in Gruppen wird im Rahmen der Distanzregeln eingehalten. Treffen in Vereinen werden verschoben, Fußballspiele finden ohne Publikum statt, Konzerte und andere Großveranstaltungen finden z.Zt. nicht statt, um eine mögliche Infektionsgefahr zu vermeiden.
Virologen forschen Weltweit an einem Impfstoff und Medikamenten gegen den Virus Covid-19. Die Entwicklung und Umsetzung dieser Wirkstoffe wir vermutlich bis 2023 benötigen.

Einige Besucher meiner Homepage www. synthesis-beratung.de fragten mich „Was haben die menschlichen Werte mit der Corona Pandemie zu tun?“.

Unser Begriff „Wert(e)orientierung“ bietet aufgrund der unterschiedlichen Zielgruppen auch mehrere Bedeutungsmöglichkeiten.

Wir verstehen darunter:

  • im christlichen Glauben die kirchlichen Vorgaben, z.B. die zehn Gebote …
  • in der Politik eine gemeinsame Interessenvertretung, z.B. Partei, Interessensverbände, EU oder Nato, …
  • in der Wirtschaft den unternehmerischen Gesamtnutzen – Value Based Management
  • in unserer Gesellschaft die Einhaltung von gesellschaftlichen und rechtlichen Regeln
  • in der Partnerschaft sprechen wir von Liebe, Toleranz, Vertrauen und Verantwortung, … die wir mit unseren Partnern erleben wollen,
  • in der Führungslehre sprechen wir von einer Verbindung der menschlichen Werte mit den Management- und Führungsinstrumenten zum langfristigen Aufbau von tragfähigen und belastbaren Arbeitsbeziehungen.

Die ersten vier Definitionen sind Wertvorgaben, Anweisungen die zu erreichen sind. Das was wir mit Wertewandel beschreiben wird deutlicher, wenn wir uns die letzten beiden Definitionen anschauen.
Hier erleben wir eine Emanzipation von der klassischen Wertorientierung für die Aufgabenbewältigung von der Zielvorgabe über die Zielvereinbarung, hin zu einer Einbeziehung der menschlichen Werte der Mitarbeiter, Partner und Kunden, in unserem Zusammenwirken.

Wozu brauchen wir die menschlichen Werte?
Die menschlichen Werte bilden unsere „Innere Bewertungsinstanz“, die uns dazu verhelfen die richtigen Entscheidungen und Verhaltensweisen für uns selbst auszuwählen. Der Wirtschaftsethiker Bernd Noll formuliert es so: „In Werten dokumentiert sich das, was ein Individuum, eine Gruppe oder eine Gesellschaft als wünschenswert ansieht. Werte sind folglich Auffassungen über die Wirklichkeit, genauer über die Qualität der Wirklichkeit. Sie beeinflussen damit die Auswahl unter möglichen Handlungszielen, Mitteln und Handlungsweisen.
Bernd Noll 2002 S.9.“ Wirtschafts- und Unternehmensethik in der Marktwirtschaft, Verlag Kohlhammer.
Werte gelten einerseits für das Individuum und andererseits für eine Gruppe, ein Unternehmen oder der gesamten Gesellschaft, in der wir leben. Sie werden sowohl durch gesellschaftliche wie durch persönliche Veränderungen geprägt.
Damit befinden wir uns auf dem Weg zur Subjektivierung unserer Werte, hin zu einer philosophisch und praxisorientierten Betrachtungsweise unserer menschlichen Werte, im Zusammenleben.
Zum leichteren Verständnis möchte ich Ihnen den Werte-Diamanten vorstellen.

Wenn Sie ihre Aufmerksamkeit auf ihre eigenen Werte-Vorstellungen richten, können Sie ihre Werte-Verletzungen durch die Folgen der Corona Pandemie in ihrem täglichen Zusammenleben z.B. in Ihrem Wert Sicherheit, Freiheit, Verantwortung, Vertrauen, Selbstwirksamkeit – Macht, Respekt, … usw. erkennen und ihr anwachsendes Spannungspotenzial aufgrund persönlicher Werteverletzungen greifen.

Die Globalisierung unserer Welt macht es notwendig, eine weltweit ausgerichtete Maßnahmenplanung zur Bekämpfung der Pandemie zu entwickeln und gemeinsam durchzuführen.

Die deutsche Wirklichkeit hat mich, mit dem Statement von Hr. Spahn, Fr. Merkel und dem Virologen Hr. Lauterbach am 22.04.20 der klarstellte, dass wir vermutlich erst 2023 davon sprechen können, die Pandemie überwunden zu haben.

Wie verhalten wir Bürger uns?
Ich bin erstaunt wie die allgemeine Verunsicherung Angst vor Ansteckung und Tod um sich greift, wie in einem Krieg.
Meist wird der Mundschutz getragen. Der Weg zum Bäcker und Metzger endet in langen Schlangen mit großen Abständen von bis zu 3m zwischen den Menschen.
Das Homeoffice war nie so beliebt wie heute.
Da bin ich sicher, da berührt mich niemand. Ich kann meine Arbeit machen ohne mich der Gefahr auszusetzen, infiziert zu werden.
Beim Spazierengehen, Einkaufen hindern uns die größeren Abstände daran in Kontakte zu treten, um einer evtl. Ansteckung vorzubeugen. Ein Gespräch mit einem Abstand von 3 – 5 m ist nicht gerade vertraulich.
Ich erwische mich dabei häufiger E-Mails zu schreiben und dabei festzustellen, daß wir noch telefonieren müssen, um einige Missverständnisse in der Beratung zu klären.
Mein Smartphone bietet mir die Möglichkeit, die regionalen Informationen zu Corona abzufragen zu lesen, obwohl es kaum Nutzen bietet.
Trotzdem schaue ich am Abend die Nachrichten im Fernsehen.

Den Preis den wir dafür bezahlen ist die Beziehung zu unseren geschätzten Partnern. Jede Beziehung beginnt mit Sicherheit und Verantwortung wodurch sich ein anwachsendes Vertrauen in der Beziehung entwickeln kann. Wenn wir dies auf unsere kollegiale Zusammenarbeit übertragen bedeutet das, wenn sie ihren Mitarbeitern und Kollegen nicht vertrauen können, dann haben Sie keine bzw. sie werden sie nach-und-nach verlieren. (vgl. SPRENGER, R.K. Das Prinzip Selbstverantwortung 1996)
Je länger die Distanzierung zu unseren Partnern, Mitarbeitern und Kunden anhält, je länger werden wir brauchen, um das Vertrauen und andere Werte untereinander wiederherzustellen.

Aus meinem Portfolio wissen Sie, daß ich das „Navigationssystem Werteorientierung in der Mitarbeiterführung“ in Zusammenarbeit mit Nachwuchsführungskräften aus Unternehmen, Kliniken und dem Sozialbereich entwickelt habe. Es bildet die Grundlage unserer Schulungen, Trainings sowie dem Coaching und der Supervision mit denen wir unser erfolgreiches und wertebestimmtes Verhalten wieder aufbauen können.

Michael Burmeister